15 Fair Value Bewertung

Bewertungsrichtlinien

Der beizulegende Zeitwert bzw. Fair Value stellt eine marktbasierte Bewertung dar, keine unternehmensspezifische Bewertung, und wird als Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag am Hauptmarkt oder am vorteilhaftesten Markt für den Verkauf des Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt wird.

Sofern vorhanden, werden die beizulegenden Zeitwerte anhand der aktiven, für das Unternehmen am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten notierten Preisen ermittelt. Ein aktiver, zugänglicher Markt ist einer, auf dem Geschäftsvorfälle mit dem Vermögenswert oder Schuld mit ausreichender Häufigkeit und Volumen auftreten, sodass jederzeit Preisinformationen zur Verfügung stehen. Die Bemessung bzw. Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt unter Verwendung von massgeblichen und beobachtbaren Inputfaktoren. Dies ist grundsätzlich bei börsenkotierten Vermögenswerten oder Schulden gegeben. Wenn ein Markt für finanzielle oder nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden nicht aktiv ist oder sofern keine oder nicht in ausreichendem Masse vorhandene beobachtbare Inputfaktoren vorhanden sind, muss die LLB-Gruppe zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes Bewertungsverfahren bzw. -techniken (Bewertungsmethoden oder -modelle) verwenden. Die Bewertungstechniken beinhalten Annahmen, welche Schätzungen enthalten, um einen Abgangspreis am Bemessungsstichtag aus Sicht des Marktteilnehmers zu ermitteln. Solche Annahmen bzw. Schätzungen enthalten Unsicherheiten, wodurch es zu einem späteren Zeitpunkt zu wesentlichen Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten und Schulden führen kann. Finanzielle oder nicht finanzielle Vermögenswerte und Schulden, für welche eine Bewertungstechnik von nicht beobachtbaren Marktdaten zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendet wird, werden zum Transaktionspreis bewertet. Dieser beizulegende Zeitwert kann sich vom beizulegenden Zeitwert, welcher basierend auf Bewertungstechniken ermittelt wird, unterscheiden.

Alle finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum Fair Value bewertet sind in eine der drei folgenden Fair Value Hierarchien eingeteilt.

Level 1
Der Fair Value von kotierten Wertpapieren und Derivaten in den Handelsbeständen und Finanzanlagen wird anhand von Marktnotierungen an einem aktiven Markt bestimmt.

Level 2
Falls keine Marktnotierungen verfügbar sind, wird der Fair Value anhand von Bewertungsmethoden oder -modellen bestimmt. Die zugrunde liegenden Annahmen werden durch beobachtbare Marktpreise und andere Marktnotierungen gestützt.

Level 3
Für die restlichen Finanzinstrumente sind weder Marktnotierungen noch Bewertungsmethoden oder -modelle, welche auf Marktpreisen beruhen, verfügbar. Für diese Instrumente werden eigene Bewertungsmodelle oder -methoden verwendet.

Bewertungsverfahren

Bewertungsverfahren bzw. -techniken werden verwendet um den beizulegenden Zeitwert von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten und Schulden, für welche keine beobachtbaren Marktpreise von einem aktiven Markt zur Verfügung gestellt werden, zu ermitteln. Dies beinhaltet insbesondere nicht liquide Finanzanlagen bzw. finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen. Sofern vorhanden, verwendet die LLB-Gruppe marktbasierte Annahmen und Input als Grundlage der Bewertungstechniken. Wenn solche Informationen nicht verfügbar sind, werden Annahmen und Inputs von vergleichbaren Vermögenswerten und Schulden verwendet. Für komplexe und sehr illiquide finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Schulden wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe von Kombinationen aus beobachtbaren Transaktionspreisen und Marktinformationen ermittelt.

Die LLB-Gruppe verwendet standardisierte und etablierte Bewertungstechniken zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht aktiv gehandelt und gelistet sind. Im Wesentlichen nutzt die LLB-Gruppe folgende Bewertungsverfahren bzw. -techniken und verwendet dazu folgende Inputfaktoren.

 

Bewertungsmodell

Inputfaktoren

Bedeutende nicht beobachtbare Inputfaktoren

Level 2

 

 

 

Eigener Anlage-
fonds

Market to Model

Marktpreise der
Basiswerte

 

Derivative Finanz-
instrumente

Optionsmodelle

Basiswerte der Terminkontrakte

 

 

 

 

 

Level 3

 

 

 

Finanzanlagen aus Versicherungs-
geschäften

Im Wesentlichen Cost Approach und Market to Model

Testierte Bilanzen, Versicherungssummen. Vermögenswerte können bei Eintritt eines Versicherungsfalles übertragen werden

Illiquidität, spezielle mikroökonomische Konditionen, Insolvenzrisiken

Finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungs-
geschäften

Im Wesentlichen Cost Approach und Market to Model

Testierte Bilanzen, Versicherungssummen. Vermögenswerte können bei Eintritt eines Versicherungsfalles übertragen werden

Illiquidität, spezielle mikroökonomische Konditionen, Insolvenzrisiken

Bestimmung der Fair Values durch aktive Märkte oder Bewertungstechniken

Nachstehende Tabelle zeigt die Klassifizierung der Fair Value Hierarchien der finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten und Schulden der LLB-Gruppe.

Alle Aktiven und Passiven sind zum Fair Value bewertet und auf einer wiederkehrenden Grundlage in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die LLB-Gruppe hat per 30. Juni 2013 keine Aktiven und Passiven, die zum Fair Value bewertet und auf einer nicht wiederkehrenden Basis in der Bilanz erfasst sind.

(XLS:)

in Tausend CHF

30.06.2013

31.12.2012

+/– %

Level 1

 

 

 

Handelsbestände

13'599

3'150

331.7

Derivative Finanzinstrumente

0

0

 

Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

711'943

589'016

20.9

davon Finanzanlagen aus Versicherungsgeschäften

106'403

0

 

Total Level 1

725'542

592'166

22.5

 

 

 

 

Level 2

 

 

 

Handelsbestände

1'143

1'096

4.3

Derivative Finanzinstrumente

94'394

73'009

29.3

Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

733'231

387'128

89.4

davon Finanzanlagen aus Versicherungsgeschäften

355'465

0

 

Total Level 2

828'768

461'233

79.7

 

 

 

 

Level 3

 

 

 

Handelsbestände

0

0

 

Derivative Finanzinstrumente

0

0

 

Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

658'974

0

 

davon Finanzanlagen aus Versicherungsgeschäften

658'974

0

 

Total Level 3

658'974

0

 

 

 

 

 

Total Aktiven

2'213'284

1'053'399

110.1

 

 

 

 

Level 1

 

 

 

Finanzielle Verpflichtungen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

106'403

0

 

davon finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungsgeschäften

106'403

0

 

Derivative Finanzinstrumente

0

0

 

Total Level 1

106'403

0

 

 

 

 

 

Level 2

 

 

 

Finanzielle Verpflichtungen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

448'315

0

 

davon finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungsgeschäften

448'315

0

 

Derivative Finanzinstrumente

120'118

124'026

–3.2

Total Level 2

568'433

124'026

358.3

 

 

 

 

Level 3

 

 

 

Finanzielle Verpflichtungen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

658'974

0

 

davon finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungsgeschäften

658'974

0

 

Derivative Finanzinstrumente

0

0

 

Total Level 3

658'974

0

 

 

 

 

 

Total Passiven

1'333'810

124'026

975.4

Im ersten Semester 2013 erfolgten keine wesentlichen Transfers zwischen Level 1 und Level 2 Finanzinstrumenten.

Es bestehen keine Risiken aus Level 3 Positionen.

Bewertung von Aktiven und Passiven klassifiziert als Level 3

Für die wiederkehrende Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten und Schulden, für welche bedeutende, nicht beobachtbare Inputfaktoren verwendet werden und als Level 3 klassifiziert sind, sind die Auswirkungen auf die Erfolgsrechnungen per 30. Juni 2013 nicht materiell und werden nicht aufgeführt. Die Bemessung bzw. Bewertung hatte keinen Einfluss auf das sonstige Gesamtergebnis per 30. Juni 2013.

Die Bewertungsprozesse zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für wiederkehrende und nicht wiederkehrende Bemessungen von Level 3 Aktiven und Passiven, insbesondere die bedeutenden, nicht beobachtbaren Inputfaktoren wie in vorstehender Tabelle offen gelegt, werden im Folgenden erläutert. Beziehungszusammenhänge zwischen beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren werden im Folgenden nicht erläutert, da solche Beziehungszusammenhänge für die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes keinen wesentlichen Einfluss haben.

Finanzanlagen aus Versicherungsgeschäften bzw. Erfolg finanzielle Verpflichtungen aus Versicherungsgeschäften

Einzelne Tochtergesellschaften sind operativ im Versicherungsbereich tätig. Dabei werden ausschliesslich fondsgebundene Versicherungspolicen abgeschlossen. Die Ausgestaltung der fondsgebundenen Versicherungspolicen sieht vor, im Versicherungsfall den Wert des Deckungsstocks zuzüglich einer Risikoleistung auszubezahlen. Das Anlagerisiko der fondsgebundenen Versicherungspolicen wird jeweils vom Versicherungsnehmer getragen. Die Gesellschaft ist somit zu keiner Zeit einem Anlagerisiko ausgesetzt. Die Bewertung dieser Versicherungspolicen erfolgt periodisch und wird in Übereinstimmung mit den IFRS durchgeführt. Die Veränderungen der Deckungsstöcke sowie der dazugehörigen Rückstellungen werden erfolgswirksam verbucht. Die Bewertung wird im Wesentlichen anhand des Cost Approaches und der Market-to-Model Methoden durchgeführt. Beim Cost Approach legt man für die Bewertung den Wiederbeschaffungswert zu Grunde. In der Market-to-Model Methode werden Modelle angewandt, welche einen marktnahen Wert des Vermögenswertes berechnen. Veränderungen der Inputfaktoren zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes können zu einer wesentlichen Veränderung dieses führen. Wie sich die Veränderungen auf den beizulegenden Zeitwert auswirken bzw. wie sensitiv oder sensibel dieser sich verhält, ist nicht quantifizierbar, da die Bewertung einer Versicherungspolice auf einer Einzelbewertung beruht, welche von diversen Annahmen wie Art der Assets, Vertragslaufzeit sowie Zahlungsflüsse beeinflusst ist. Folglich kann es zu einer bedeutenden Änderung des beizulegenden Zeitwertes kommen, welcher nicht quantifizierbar ist. Die Finanzanlagen aus Versicherungsgeschäften weichen nicht zu einer höchsten und besten Verwendung ab.

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