12 Wertminderungen auf Goodwill und andere immaterielle Anlagen

Die LLB-Gruppe wies per 30. Juni 2013 für folgendes Segment einen Goodwill auf:

(XLS:)

in Tausend CHF

30.06.2013

31.12.2012

Segment Retail & Corporate Banking

55'620

55'620

Total

55'620

67'263

Überprüfung einer Goodwill-Wertminderung

Der Goodwill wird zwei Mal im Jahr – im ersten Quartal als Basis für den Halbjahresabschluss per 30. Juni und im dritten Quartal als Basis für den Jahresabschluss per 31. Dezember – auf seine Werthaltigkeit geprüft. Für die Ermittlung einer möglichen Wertminderung wird der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welche einen Goodwill bilanziert hat, mit deren Bilanzwert verglichen. Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht gemäss den durchgeführten Berechnungen jeweils dem Nutzungswert. Der Bilanzwert bzw. Buchwert setzt sich zusammen aus Eigenkapital vor Goodwill und immateriellen Anlagen, Goodwill und immateriellen Anlagen aus der zu Grunde gelegten Purchase Price Allocation dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Für weitere Informationen hinsichtlich der Überprüfung einer Goodwill-Wertminderung verweisen wir auf die Anmerkung 19 des Geschäftsbericht 2012.

Seit Bilanzierung des Goodwill in den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überstieg der erzielbare Ertrag jeweils den Bilanzwert, sodass bislang keine Wertminderung zu verbuchen war. Für das Halbjahr endend am 30. Juni 2013 erachtetet das Management den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit von total CHF 55.6 Mio. aufgrund eines durchgeführten Wertminderungstest als werthaltig und muss nicht wertgemindert werden, da der erzielbare Ertrag den Bilanzwert übersteigt. Jedoch ist das Management der Meinung, dass der Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welche seit dem 31. Dezember 2011 gem. IFRS 5 unter zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte bilanziert worden ist und seit dem 30. Juni 2013 wieder voll konsolidert wird, als nicht mehr werthaltig zu erachten ist. Aufgrund dessen wurde der Goodwill in Höhe von CHF 70.1 Mio. vollständig abgeschrieben und im Sachaufwand unter Wertberichtigung aus Goodwill verbucht. Der per 31. Dezember 2012 bilanzierte Goodwill des Segmentes Institutional Clients wird bedingt durch die Bilanzierung gem. IFRS 5 per 30. Juni 2013 unter «Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte» ausgewiesen.

Annahmen

Die Parameter, welche dem Bewertungsmodell zugrunde liegen, werden, sofern möglich bzw. vorhanden, auf externe Marktinformationen abgestimmt. Dabei reagiert der Nutzungswert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit am sensibelsten auf Änderungen des geschätzten Ergebnisses, Änderungen des Diskontierungssatzes sowie auf Änderungen der langfristigen Wachstumsrate. Die Bestimmung des Diskontierungszinssatzes erfolgt auf Basis des Capital Asset Pricing Modells (CAPM), das einen risikolosen Zinssatz, eine Marktrisikoprämie, ein Small Cap Premium sowie einen Faktor für das systematische Marktrisiko, den Betafaktor, beinhaltet.

Die dem Wertminderungstest für den Halbjahresabschluss per 30. Juni 2013 zugrunde gelegten und zur Extrapolation verwendeten langfristigen Wachstumsraten ausserhalb des fünfjährigen Planungszeitraums (Endwert) sowie die Diskontierungszinssätze der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind unverändert zu den per 31. Dezember 2012 verwendeten Parametern.

Der Diskontierungszinssatz ist direkt durch die Fluktuationen der Zinssätze beeinflusst. Durch das zurzeit bestehende historisch tiefe Zinsniveau im Marktumfeld hat sich der Diskontierungszinssatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Das derzeitige Zinsumfeld spiegelt sich ebenfalls in im längerfristigen Vergleich deutlich tieferen Zinsergebnissen und entsprechend niedrigeren Jahresergebnissen respektiv an die Anteilseigner ausschüttbaren Free-Cash-Flows wieder. Bedingt durch die Koppelung des Diskontierungszinssatzes an den aktuellen Zinssatz wird sich dieser, so wie auch der Zinsertrag, bei einer Erhöhung des Zinsumfeldes grundsätzlich erhöhen. Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten unterliegen einem beschränkten Risiko, da diese in einem lokalen Markt und nur im Retail sowie im Privat Banking mit einem eingeschränkten Risikoprofil tätig sind.

Sensitivitäten

Eine Veränderung des risikolosen Zinssatzes hat im Wesentlichen einen Einfluss auf den Diskontierungszinssatz, wobei die veränderte wirtschaftliche Lage, insbesondere in der Finanzbranche, auch Auswirkungen auf die erwarteten bzw. geschätzten Ergebnisse hat. Um diese Auswirkungen auf den Nutzungswert der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu prüfen, werden die für das Bewertungsmodell verwendeten Parameter und Annahmen einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Dabei werden die den Anteilseignern zurechenbaren prognostizierten Free-Cash-Flows um 10 %, die Diskontierungszinssätze um 10 % und die langfristen Wachstumsraten um 10 % verändert. Das Management ist der Meinung, dass für das Segment Retail & Corporate Banking eine Veränderung der Annahmen und Parameter zu einer Wertminderung führen würde. Gemäss den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen und basierend auf den beschriebenen Annahmen resultiert für das Segment Retail & Corporate Banking ein um CHF 11.9 Mio. gegenüber dem Bilanzwert übersteigender Betrag. Eine Veränderung der langfristigen Wachstumsrate um 10 % hätte keine Wertminderung im Segment Retail & Corporate Banking zur Folge. Jedoch würde eine Veränderung des Diskontierungszinssatzes um 10 % oder des Free-Cash-Flow um 10 % in einer Wertminderung des Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Retail & Corporate Banking von CHF 33.1 Mio. bzw. CHF 29.4 Mio. resultieren. Der Diskontierungszinssatz könnte um 2.4 % und die Free-Cash-Flows könnten um 2.8 % verändert werden, bis der erzielbare Ertrag dem Buchwert entsprechen würde. In Anbetracht der auch in Zukunft erwarteten, angespannten Situation in der Finanzbranche, schätzt das Management eine Wertminderung des Goodwills im Segment Retail & Privat Banking in den kommenden Geschäftsjahren nicht als unwahrscheinlich ein. Jedoch rechnet das Management mittel- bis langfristig auch mit einer positiven Entwicklung des Segmentes, dank der relativen Stärke gegenüber den Mitbewerbern sowie den eingeleiteten und geplanten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmassnahmen im genannten Segment.

Würden davon unabhängig die geschätzten Ergebnisse und andere Annahmen in den kommenden Geschäftsjahren von den aktuellen Werten durch politische oder globale Risiken in der Bankenbranche - wie z.B. die Unsicherheit bei der Umsetzung der Regulierung und die Einführung gewisser Gesetzesvorhaben sowie ein Rückgang der allgemeinen Wirtschaftsleistung – abweichen, könnte dies in Zukunft eine Wertminderung der Goodwill zur Folge haben. Dies wäre mit einem Aufwand in der Erfolgsrechnung der LLB-Gruppe verbunden und würde das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital und den Jahresgewinn vermindern. Jedoch hätte eine solche Wertminderung weder einen Einfluss auf die Cash Flows noch auf die Tier 1 Ratio, da gemäss der liechtensteinischen Eigenkapitalverordnung der Goodwill vom Kapital in Abzug gebracht werden muss.

nach oben