Rechnungslegungsgrundsätze

1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Die Zwischenberichterstattung wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt und entspricht den Erfordernissen von IAS 34 (Zwischenberichterstattung). Dabei wurden die gleichen Rechnungslegungsgrundsätze wie für die konsolidierte Jahresrechnung per 31. Dezember 2012 bis auf die untenstehenden Anpassungen angewandt. Die ungeprüfte konsolidierte Halbjahresrechnung sollte zusammen mit der geprüften konsolidierten Jahresrechnung 2012 gelesen werden. Das Management ist der Ansicht, dass alle notwendigen Anpassungen erfolgten, um eine korrekte Offenlegung der Vermögenswerte, Schulden, Ergebnissen und Mittelflüsse zu erhalten.

Die Gespräche über den Verkauf der swisspartners Investment Network AG wurden vorläufig sistiert. Die LLB-Gruppe beabsichtigt im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung auf das Kerngeschäft weiterhin, die swisspartners Investment Network AG zu verkaufen. Da die Voraussetzung zur Klassifizierung der Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft als zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte gem. IFRS 5 per 30. Juni 2013 nicht mehr voll gegeben sind, wird die swisspartners Gruppe per 30. Juni 2013 wieder voll konsolidiert. Die Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft werden wieder in den einzelnen Bilanzpositionen der LLB-Gruppe gezeigt. Die Vergleichsperiode ist nicht anzupassen.

Bedingt durch den in der strategischen Initiative «Focus2015» kommunizierten Verkauf der Tochtergesellschaft Jura Trust AG und der daraus resultierten Verkaufsbemühungen sind die Vermögenswerte und Schulden der Jura Trust AG in der konsolidierten Bilanz und den Anmerkungen zur Bilanz per 30. Juni 2013 als zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte gem. IFRS 5 bilanziert. Die Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft werden nicht in den einzelnen Bilanzpositionen der LLB-Gruppe gezeigt, sondern zusammengefasst in den Bilanzpositionen «Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte» bzw. «Verpflichtungen von zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte». Die Vergleichsperiode ist nicht anzupassen.

Zahlreiche neue Standards, Überarbeitungen und Interpretationen von bestehenden Standards wurden publiziert, welche für die Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2013 oder später anzuwenden sind. Die folgenden neuen oder geänderten IFRS-Standards beziehungsweise Interpretationen sind für die LLB-Gruppe von Bedeutung:

  • IAS 19 (überarbeitet) «Leistungen an Arbeitnehmer»; die im Juni 2011 vom IASB veröffentlichten Anpassungen von IAS 19 wurden von der LLB zum 1. Januar 2013 umgesetzt. Die Anpassungen umfassen den Ansatz von Änderungen in der Nettoschuld (dem Nettovermögen) aus leistungsorientierten Plänen einschliesslich der sofortigen Erfassung von leistungsorientierten Kosten sowie dem Ansatz von Neubewertungen im sonstigen Gesamtergebnis. IAS 19 (überarbeitet) beseitigt die Korridormethode, unter welcher die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aufgeschoben werden konnten. Der angepasste IAS sieht nun die Bilanzierung des vollständigen Barwertes der Pensionsverpflichtung nach Abzug des Planvermögens vor. Die LLB hat in der Vergangenheit nie die Korridormethode angewendet, sondern jeweils die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2012 und die Vergleichszahlen werden ausgewiesen, als ob IAS 19 (überarbeitet) bereits in der Vergangenheit angewendet worden wäre. Die Einführung von IAS 19 (überarbeitet) reduziert die Vorsorgeverpflichtung per 1. Januar 2012 um netto CHF 9.8 Mio. und erhöht das Eigenkapital um CHF 9.8 Mio. Dies im Wesentlichen aufgrund in der Vergangenheit nicht erfasster Planänderungskosten sowie des gem. IAS 19 (überarbeitet) zu berücksichtigen Risk Sharing. Der Personalaufwand für das erste Halbjahr 2012 wurde gem. IAS 19 (überarbeitet) angepasst. Es resultiert per 30. Juni 2012 ein um CHF 0.8 Mio. höherer Personalaufwand als in dem publizierten konsolidierten Halbjahresbericht 2012 ausgewiesen.
    Die LLB führt zum 1. Januar 2014 ein neues Vergütungsmodell ein. Dieses sieht eine höhere Variabilisierung der Gehälter sowie die Unterstellung des variablen Lohnanteiles der Altersvorsorge vor. Der Stiftungsrat der Personalvorsorgestiftung der LLB AG hat dem neuen Vergütungsmodell im April 2013 zugestimmt. Das neue Vergütungsmodell führt zu einer Erhöhung der Vorsorgeverpflichtung und zu einem einmaligen Personalaufwand von CHF 2.9 Mio. sowie einem zusätzlichen jährlichen Aufwand von CHF 1.4 Mio. Beide Effekte wurden in der Erfolgsrechnung per 30. Juni 2013 vollständig erfasst.
    Die Schliessung der LLB (Schweiz) AG, als Teil der kommunizierten Strategie «Focus2015», führt zu einer Reduzierung der Vorsorgeverpflichtung und zu einer einmaligen Personalaufwandsminderung von CHF 3.9 Mio., welche in der Erfolgsrechnung per 30. Juni 2013 vollständig erfasst wurde.
  • IFRS 10 «Konzernabschlüsse»; der im Mai 2011 veröffentlichte neue IFRS-Standard führt ein einheitliches Beherrschungskonzept ein und wurde von der LLB zum 1. Januar 2013 umgesetzt. Basierend auf dem Beherrschungskonzept ist festzustellen, ob ein Unternehmen ein anderes zu konsolidieren hat. Die Beherrschung eines Unternehmens wird angenommen, wenn der Investor sowohl variablen Rückflüssen bzw. Renditen aus der Verbindung mit dem Unternehmen ausgesetzt ist, als auch die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse bzw. Renditen mittels seiner Beherrschung zu beeinflussen. Der Standard enthält ebenfalls Hilfestellungen bei schwieriger Einschätzung bzgl. der Bestimmung der Beherrschung. Im Oktober 2012 hat das IASB eine Anpassung des IFRS 10 veröffentlicht, welche die Ausnahme der Konsolidierung von gewissen Investmentgesellschaften enthält. Die LLB entspricht nicht der Definition einer Investmentgesellschaft, sodass diese Änderungen keine Auswirkung auf die Konzernrechnung der LLB hat. Basierend auf dem im IFRS 10 festgehaltenen Beherrschungskonzept hat die LLB keine ihrer Beteiligungen anders als bisher konsolidieren müssen. Der IFRS 10 hat keine Auswirkung auf die konsolidierte Halbjahresrechnung der LLB.
  • IFRS 11 «Gemeinschaftliche Vereinbarungen»; das IASB veröffentlichte im Mai 2011 den Standard und wurde von der LLB zum verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt per 1. Januar 2013 eingeführt. Der neue Standard hat keine Auswirkungen auf den konsolidierten Halbjahresabschluss.
  • IFRS 13 «Bemessung des beizulegenden Zeitwerts»; der IFRS wurde im Mai 2011 durch den IASB veröffentlicht und wurde zum 1. Januar 2013 durch die LLB umgesetzt. IFRS 13 definiert als alleinige Leitlinie die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) gemäss IFRS. Der beizulegende Zeitwert wird definiert als Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt wurde. Der Standard weist explizit darauf hin, dass der beizulegende Zeitwert eine markbasierte und keine unternehmensspezifische Bewertung darstellt. Weiter verlangt der IFRS 13 neue Offenlegungspflichten und Erweiterungen bestehender Offenlegungen, welche in Anmerkung 15 «Fair Value Bewertung» in diesen konsolidierten Halbjahresrechnung ersichtlich sind. Die Umsetzung von IFRS 13 hat zu keiner Veränderung des Eigenkapitals geführt bzw. hat keine Auswirkung auf die Erfolgsrechnung oder Bilanz der LLB per 30. Juni 2013.
  • IFRS 9, «Finanzinstrumente» (Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2015); der aktualisierte IFRS 9, welcher auch die überarbeiteten Regelungen zur Klassierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten beinhaltet, enthält Anwendungsrichtlinien zu finanziellen Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten. Der Standard sieht zwei Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte vor: fortgeführte Anschaffungskosten und Fair Value. IFRS 9 verlangt, dass alle finanziellen Vermögenswerte nach dem Geschäftsmodell des Unternehmens für die Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte und den vertraglichen Cashflow-Merkmalen des Vermögenswerts klassiert werden. Die Vorschriften in IAS 39 bezüglich der Klassierung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten wurden beibehalten, einschliesslich der jeweiligen Anleitungen zur Anwendung und Einführungsrichtlinien. Für erfolgswirksam zum Fair Value designierte finanzielle Verbindlichkeiten werden Fair-Value-Veränderungen infolge des geänderten eigenen Kreditrisikos eines Unternehmens direkt in der Gesamtergebnisrechnung anstatt in der Erfolgsrechnung berücksichtigt. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Jahresrechnung der LLB analysiert.
  • IAS 1, «Darstellung des Abschlusses»; der IASB hat im Juni 2011 den überarbeiteten Standard veröffentlicht und die LLB hat diesen am verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt per 1. Januar 2013 eingeführt. Im Wesentlichen sieht der überarbeitete Standard vor, dass die Positionen im sonstigen Gesamtergebnis in zwei Gruppen eingeteilt werden müssen. Positionen, die zukünftig in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden (sogenanntes recycling), und Positionen, die zukünftig nicht in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden können. Die Offenlegung des sonstigen Gesamtergebnisses wurde entsprechend angepasst. Die Änderung hatte lediglich einen Einfluss auf die Offenlegung des sonstigen Gesamtergebnisses, jedoch keinen Einfluss auf die Halbjahresrechnung der LLB-Gruppe.
  • Im Rahmen der jährlichen Verbesserungen hat das IASB im Mai 2012 sechs Änderungen zu fünf IFRS -Standards herausgegeben. Von diesen Verbesserungen hat die LLB alle per 1. Januar 2013 umgesetzt, ohne wesentlichen Einfluss auf die konsolidierte Halbjahresrechnung.

Der vorliegende konsolidierte Halbjahresabschluss wurde vom Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 20. August 2013 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Änderungen im Konsolidierungskreis

Die Zukunftsstiftung der Liechtensteinischen Landesbank AG mit Sitz in Vaduz, FL wird per 1. Januar 2013 erstmalig in der LLB-Gruppe vollkonsolidiert. Bis zum 31. Dezember 2012 erfolgte keine Konsolidierung aufgrund der Unwesentlichkeit aus Sicht der LLB-Gruppe. Die Consulting Partners Ltd. mit Sitz in Tortola, BVI, sowie die Quodatis AG mit Sitz in Triesen, FL, beides 100 % Tochtergesellschaften der vollkonsolidierten swisspartners Investment Network AG mit Sitz in Zürich, CH wurden liquidiert und scheiden per 30. Juni 2013 aus dem Konsolidierungskreis aus.

3 Währungsumrechnung

(XLS:)

Stichtagskurs

30.06.2013

31.12.2012

30.06.2012

1 USD

0.946

0.913

0.949

1 EUR

1.231

1.207

1.201

1 GBP

1.437

1.484

1.488

 

 

 

 

Durchschnittskurs

1. Sem. 2013

2. Sem. 2012

1. Sem. 2012

1 USD

0.935

0.942

0.928

1 EUR

1.226

1.204

1.205

1 GBP

1.447

1.503

1.464

4 Risikomanagement

Die LLB-Gruppe ist in ihrer operativen Tätigkeit finanziellen Risiken, wie dem Marktrisiko, Liquditäts- und Refinanzierungsrisiko, Kreditrisiko und operationellen Risiken ausgesetzt. Die Zwischenberichterstattung enthält keine Angaben zu Risikomanagementinformationen. Wir verweisen diesbezüglich auf die Risikomanagementinformationen im Geschäftsbericht 2012. Es gab keine wesentlichen Änderungen zum 31. Dezember 2012.

5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, welche zusätzliche Angaben oder eine Korrektur der konsolidierten Halbjahresrechnung 2013 erfordern würden.

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