Konsolidierter Halbjahresbericht

Konzernergebnis

Die konsolidierte Halbjahresrechnung ist gemäss den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt worden. Im ersten Halbjahr 2013 erwirtschaftete die LLB-Gruppe ein Konzernergebnis von CHF 13.6 Mio. (1. Semester 2012: CHF 60.9 Mio.).

Das Halbjahr war geprägt von der strategischen Neuausrichtung der LLB-Gruppe. Sonderfaktoren belasteten das Konzernergebnis mit CHF 58.4 Mio. Dies sind im Wesentlichen eine Wertberichtigung des Goodwill in Höhe von CHF 70.1 Mio. bei gleichzeitigen positiven Wertveränderungen der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisitionen von CHF 55.8 Mio. Hinzu kommen ausserordentliche Abschreibungen auf Liegenschaften von CHF 9.6 Mio. sowie Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von CHF 3.3 Mio. Für US-Risiken haben wir zusätzliche Rückstellungen in Höhe von CHF 31.2 Mio. gebildet.

Ohne diese Sonderfaktoren würde die LLB-Gruppe für das erste Halbjahr 2013 ein Konzernergebnis von CHF 72.0 Mio. ausweisen. Im Vergleich zum Vorjahr und bereinigt um den positiven Sonderfaktor im Jahr 2012 von CHF 19.8 Mio. im Zusammenhang mit dem Primatwechsel der Personalvorsorgestiftung der Liechtensteinischen Landesbank AG wäre das Konzernergebnis des ersten Halbjahres 2013 um CHF 31.0 Mio. beziehungsweise 75.4 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2012 ausgefallen.

Das den Aktionären zustehende Halbjahresergebnis belief sich auf CHF 11.7 Mio. (1. Semester 2012: CHF 59.0 Mio.). Das Ergebnis pro Aktie betrug CHF 0.41 (1. Semester 2012: CHF 2.08).

Kundenvermögen

Die Entwicklung an den weltweiten Finanzmärkten wirkte sich positiv auf die verwalteten Kundenvermögen aus. Diese betrugen per 30. Juni 2013 CHF 50.5 Mia. (31. Dezember 2012: CHF 49.9 Mia.). Die Vermögen in eigenverwalteten Fonds erhöhten sich um 8.0 Prozent auf CHF 4.2 Mia. (31. Dezember 2012: CHF 3.9 Mia.). Die Vermögen mit Verwaltungsmandat erhöhten sich um 7.3 Prozent auf CHF 8.3 Mia. (31. Dezember 2012: CHF 7.7 Mia.). Die übrigen Kundenvermögen beliefen sich per 30. Juni 2013 auf CHF 38.0 Mia. (31. Dezember 2012: 38.3 Mia.).

Im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete die LLB-Gruppe einen Netto-Neugeld-Abfluss von CHF 210 Mio. (1. Semester 2012: Zufluss von CHF 2 Mio.).

Kundenvermögen per 30. Juni 2013

CHF 50.5 Milliarden

Kundenvermögen per 30. Juni 2013 (Tortendiagramm)

Erfolgsrechnung

Historisch tiefe Zinsen sowie sinkende Margen prägten auch im ersten Halbjahr 2013 das wirtschaftliche Umfeld. Es gelang der LLB-Gruppe, den Geschäftsertrag um 35.2 Prozent auf CHF 279.9 Mio. zu steigern (1. Semester 2012: 207.1 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf den Sonderfaktor der Wertveränderungen der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisitionen von CHF 55.8 Mio. zurückzuführen. Bereinigt um diesen Sonderfaktor hätte der Geschäftsertrag um 8.2 Prozent zugenommen.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken sank im ersten Halbjahr 2013 um 25.5 Prozent auf CHF 73.3 Mio. (1. Semester 2012: CHF 98.5 Mio.). Im Zinsengeschäft mit Kunden verzeichnen wir einen Rückgang von 4.2 Prozent auf CHF 69.2 Mio. (1. Semester 2012:CHF 72.2 Mio.), was im Wesentlichen auf den um 10.3 Prozent tieferen Zinsertrag aus Kundenausleihungen zurückzuführen ist. Der Zinsertrag im Kundengeschäft sank um CHF 10.9 Mio. auf CHF 97.7 Mio., der Zinsaufwand im Kundengeschäft reduzierte sich um CHF 7.9 Mio. auf CHF 28.5 Mio. Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken konnten signifikant um CHF 22.1 Mio. auf CHF 4.6 Mio. (1. Semester 2012: CHF 26.8 Mio.) reduziert werden, was 82.7 Prozent entspricht. Wie erwartet entwickelten sich die Zinserträge aus Forderungen gegenüber Banken wegen historisch tiefer Zinsen und fehlender Anlagealternativen am Interbankenmarkt stark rückläufig. Sie nahmen um 62.9 Prozent auf CHF 13.2 Mio. ab (1. Sem. 2012: CHF 35.5 Mio.). Bei unverändert tiefen Marktzinsen wird sich der Zinsertrag aus Forderungen gegenüber Banken im zweiten Halbjahr 2013 nicht erhöhen.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft stieg um 3.5 Prozent auf CHF 106.7 Mio. (1. Semester 2012: CHF 103.1 Mio.). Die erfreuliche Marktentwicklung wirkte sich positiv auf die Aktivitäten unserer Kunden aus. Die Courtagenerträge erhöhten sich um 17.7 Prozent. Ebenfalls konnten um 12.9 Prozent höhere Erträge aus der Vermögensverwaltung und dem Anlagegeschäft erzielt werden.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft erhöhte sich auf CHF 42.8 Mio. (1. Semester 2012: CHF 5.1 Mio.). Während im ersten Halbjahr 2012 Zinsabsicherungskosten von CHF 9.1 Mio. verbucht wurden, resultierte im ersten Halbjahr 2013 aufgrund gestiegener Marktzinsen ein Erfolg aus Zinsswaps von CHF 28.2 Mio. Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen stieg ebenfalls erfreulich um 5.7 Prozent auf CHF 14.6 Mio.

Der Erfolg aus Finanzanlagen zum Fair Value bewertet betrug CHF 4.1 Mio. (30. Juni 2012: CHF 22.1 Mio.). Der Rückgang um 81.5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode ist auf Bewertungsverluste auf unserem Bond-Portfolio infolge der steigenden Zinsen zurückzuführen. Das positive Ergebnis der Aktienmärkte konnte den Rückgang nur teilweise kompensieren.

Der übrige Erfolg betrug CHF 57.6 Mio. (1. Semester 2012: CHF 5.1 Mio.). Diese Erhöhung ist auf den Sonderfaktor aus den Wertveränderungen der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisitionen in Höhe von CHF 55.8 Mio. zurückzuführen. Ohne diesen Sonderfaktor würde der übrige Erfolg für das erste Halbjahr 2013 CHF 1.9 Mio. betragen.

Der Geschäftsaufwand erreichte CHF 261.2 Mio. und liegt um CHF 123.1 Mio. über dem Vorjahr (1. Semester 2012: CHF 138.1 Mio.). Während 2012 eine einmalige Personalaufwandsminderung durch den Primatwechsel der Personalvorsorgestiftung der Liechtensteinischen Landesbank AG von CHF 19.8 Mio. den Geschäftsaufwand reduzierte, belasteten einmalige Aufwendungen aus Sonderfaktoren in Höhe von CHF 114.2 Mio. den Geschäftsaufwand im ersten Halbjahr 2013. Ohne diese Sonderfaktoren hätte sich der Geschäftsaufwand um CHF 10.9 Mio. bzw. 6.9 Prozent reduziert.

Der Personalaufwand lag mit CHF 90.1 Mio. um 19.0 Prozent über dem Vorjahr (1. Semester 2012: CHF 75.7 Mio.). Bereinigt um die Aufwandsreduktion von CHF 19.8 Mio. durch den Primatwechsel 2012 und die Rückstellungen für Restrukturierungen 2013 von CHF 2.1 Mio. läge der Personalaufwand CHF 7.5 Mio. beziehungsweise 7.8 Prozent unter dem Vorjahr. Die Vollzeitstellen der LLB-Gruppe sanken um 5.4 Prozent auf 1'031 (31. Dezember 2012: 1'090).

Der Sachaufwand der LLB-Gruppe lag im ersten Halbjahr 2013 bei CHF 137.6 Mio. (1. Semester 2012: CHF 44.6 Mio.) und damit CHF 92.9 Mio. über dem Vorjahr. Dies aufgrund von Sonderfaktoren von CHF 102.0 Mio., dazu zählen die Wertberichtigung des Goodwill von CHF 70.1 Mio., Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken für das US-Risiko in Höhe von CHF 31.2 Mio. sowie Rückstellungen für Restrukturierungen von CHF 0.7 Mio. Ohne diese Sonderfaktoren läge der Sachaufwand bei CHF 35.5 Mio., was einer Reduktion um CHF 9.1 Mio. beziehungsweise 20.4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einsparungen wurden hauptsächlich in den Bereichen Marketing und Public Relations, bei den IT-Kosten sowie bei Beratungshonoraren erzielt. Die Einsparungen im Personal- und Sachaufwand sind Ausdruck der konsequenten Umsetzung des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms.

Abschreibungen und Amortisationen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 15.7 Mio. auf CHF 33.5 Mio. (1. Semester 2012: CHF 17.8 Mio.). Diese Erhöhung steht ebenfalls in Zusammenhang mit der Neuausrichtung der LLB-Gruppe unter «Focus2015». Bedingt durch die Schliessung der LLB (Schweiz) AG wurden ausserordentliche Abschreibungen auf Geschäftsliegenschaften von CHF 9.6 Mio. erforderlich. Zudem fielen auf immateriellen Vermögenswerten zusätzliche Abschreibungen von CHF 4.2 Mio. an.

Die Cost-Income-Ratio lag im ersten Halbjahr 2013 bei 70.2 Prozent (1. Semester 2012: 58.5 %). Die Kennzahl wird wie folgt berechnet: Geschäftsaufwand (ohne Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken, Wertberichtigung aus zur Veräusserung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Wertberichtigung aus Goodwill) im Verhältnis zum Geschäftsertrag (ohne Wertberichtigung für Kreditrisiken und Wertveränderung der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisition). Sonderfaktoren werden somit beseitigt und eine der operativen Geschäftstätigkeit entsprechende Cost-Income-Ratio abgebildet.

IAS 19 (überarbeitet) regelt Leistungen an Arbeitnehmer und schreibt eine retrospektive Anwendung vor. Die Werte der Vergleichsperioden der Erfolgsrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz und der Eigenkapitalentwicklung wurden entsprechend angepasst. Die Vorsorgeverpflichtung hat sich dadurch per 1. Januar 2012, bereinigt um latente Steuern, um CHF 9.8 Mio. auf CHF 109.5 Mio. reduziert. Per 31. Dezember 2012 betrug die Vorsorgeverpflichtung CHF 80.8 Mio., wobei neben IAS 19 (überarbeitet) auch der positive einmalige Effekt aus dem Primatswechsel zur Reduktion beitrug. Die sonstigen Reserven per 1. Januar 2012 reduzierten sich um CHF 9.4 Mio. und das Eigenkapital, das den Minderheiten zusteht, erhöhte sich um CHF 0.4 Mio. Das Eigenkapital der LLB-Gruppe stieg von CHF 1'641.7 Mio. auf CHF 1'651.5 Mio. per 1. Januar 2012. Auf die Erfolgsrechnung hatte IAS 19 (überarbeitet) keinen wesentlichen Einfluss. Der Vorsorgeaufwand für das erste Halbjahr 2012 erhöhte sich um CHF 0.8 Mio. Das Gesamtergebnis für die Periode, die am 30. Juni 2012 endet, erhöhte sich von CHF 55.4 Mio. auf CHF 56.1 Mio. (siehe konsolidierte Halbjahresrechnung).

Zum 1. Januar 2014 wird die LLB-Gruppe ein neues Vergütungsmodell einführen, damit verbunden ist ein einmaliger Vorsorgeaufwand per 30. Juni 2013 von CHF 3.2 Mio. (siehe Ausführungen Rechnungslegungsgrundsätze konsolidierte Halbjahresrechnung).

Bilanz

Die konsolidierte Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber dem Jahresende 2012 um CHF 0.1 Mia. beziehungsweise 0.4 Prozent auf CHF 21.2 Mia. (31. Dezember 2012: CHF 21.3 Mia.). In Übereinstimmung mit IFRS werden die Vermögenswerte der zum Verkauf stehenden Jura Trust Gruppe in der Bilanz separat unter der Position «Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte» ausgewiesen (siehe Rechnungslegungsgrundsätze). Die swisspartners Gruppe wird per 30. Juni 2013 wieder voll konsolidiert.

Das Eigenkapital belief sich auf CHF 1.7 Mia. Die Tier 1 Ratio betrug 17.4 Prozent (31. Dezember 2012: 15.7 %), die Rendite auf dem Eigenkapital, das den Aktionären der LLB zusteht, lag bei 1.5 Prozent (30. Juni 2012: 7.5 %).

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